Spielwahl
Die Wahl des richtigen Poker-Spiels
Bevor man sich entschließt, mit dem Pokerspielen zu beginnen, ist es von großer Bedeutung, sich eine entscheidende Frage zu stellen: Welches Poker-Spiel ist das Richtige für mich? Deshalb zunächst mal ein kurzer Überblick über die drei wesentlichen Kategorien der verschiedenen Pokerspiele.
Bei den Cash-Games stellen die Chips jederzeit die exakte Menge des realen Geldes dar: Ein 1-Dollar-Chip wird dementsprechend mit 1 Dollar ausgezahlt. Ein Cash-Spiel ist immer am Laufen. Es gibt keine fixen Startzeiten und das Spiel wird nur äußerst selten unterbrochen. Wenn Spieler pleite gehen oder den Tisch verlassen, werden sie unverzüglich durch andere Spieler ersetzt, die schon darauf warten, einsteigen zu können. Man kann also beliebig ein- und aussteigen, wie es einem gerade passt, oder auch mal eine Runde pausieren, ohne dafür gleich eine Strafe auferlegt zu bekommen. Man kann sich auszahlen lassen, wann man will, oder genauso auch neue Chips nachkaufen.
Dann gibt es die Turniere, dort zahlt man eine Eintrittsgebühr in Cash und erhält dafür im Gegenzug Turnierchips, die keinen eigentlichen Wert besitzen. Cash-Preise werden entsprechend der Platzierung am Ende des Turniers verteilt. Es gibt zwei Arten von Turnieren: Man kann entweder an einem Turnier mit einer sehr großen Anzahl von Spielern teilnehmen (ein sogenanntes Multi-Table Turnier oder MTT) oder man kann an nur einem Tisch spielen, mit üblicherweise neun oder zehn Spielern (Single-Table Turnier oder SNG).
Mittlerweile gibt es auch einige “Hybrid-Turniere“, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Bei diesen finden die SNGs nicht nur an einem, sondern zwischen zwei und bis zu zwanzig Tischen statt. Dadurch kommt man in den Genuss, das Feeling eines MTTs voll auszukosten, ohne jedoch viele Stunden dafür spielen zu müssen. Ein Multi-Table Turnier hat eine fixe Startzeit, ein Single-Table Turnier beginnt, sobald ein Tisch vollständig ist. Spieler, die all ihre Chips verloren haben, scheiden sie aus dem Turnier aus. Bei manchen MTTs ist es erlaubt, dass ein Spieler einem anderen Spieler das Buy-In bezahlt und dieser einen neuen Stapel Chips erhält – gleichviel wie zu Beginn des Turniers. Diese besonderen Spiele nennen sich Rebuy-Turniere. Bei einem Turnier muss man bis zum Ende spielen oder “aussitzen”. Entschließt man sich für letzteres, werden die Blinds und Antes gesammelt und die eigenen Hände solange weggeworfen, bis keine Chips mehr übrig sind – oder man zurück kehrt. Der Gesamtbetrag aller Buy-Ins, auch Preispool genannt, wird unter einem Prozentteil der topplatzierten Spieler aufgeteilt, wobei der größte Anteil an den Sieger geht.
Es ist also ersichtlich, dass der “Faktor Zeit” ein wesentliches Element darstellt, wenn es darum geht, sich für eine bestimmte Art von Pokerspiel zu entscheiden. Wieviel Zeit möchte man für eine Poker-Session überhaupt aufwenden? Denn MTTs können mehrere Stunden dauern und selbst SNGs bis zu einer Stunde oder länger. So viel Zeit sollte man also einkalkulieren, die man – ununterbrochen – zur Verfügung haben muss, andernfalls sollte man lieber die Finger von solchen Turnieren lassen. Andererseits bieten Turniere mit einem niedrigen Buy-In auch ein sehr geringes Risiko und ermöglichen viele Stunden wertvoller Spielpraxis.
Die nächste wichtige Entscheidung stellt sich hinsichtlich der anvisierten Menge an Geldgewinnen. Cash-Spiele sorgen häufig für ein langsameres, dafür aber beständigeres Einkommen bei Topspielern. Selbst Top-Turnierspieler gehen dabei hin und wieder durch lange Phasen ohne Cash-Gewinn. Andererseits sorgt eine glückliche Session in einem Cash-Game möglicherweise für die benötigten Extra-Dollar, während ein erfolgreiches Turnier dem Gewinner einen großen Zahltag beschert.
Auch wenn viele Spieler mehr als nur eine Art von Poker spielen, so erfordern Turniere und Cash-Games doch jeweils leicht unterschiedliche Herangehensweisen. Selbstverständlich kann ein Cash-Spieler auch bei einem MTT oder SNG erfolgreich abschneiden, aber es hilft dennoch, sich zu spezialisieren. Deshalb ist es von Vorteil, beide Arten auszuprobieren und herauszufinden, welche einem besser gefällt. Denn wie bei allem anderen auch, sind besonders diejenigen im Poker erfolgreich, die es gerne und mit Freude spielen. Sobald man also herausgefundene hat, worauf man sich spezialisieren möchte, kann man seine Fähigkeiten weiter ausbauen, die einen zu einem guten Pokerspieler reifen lassen.
Hier die besten Pokerspiele im Überblick