Setzposition bei Texas Hold’em Poker

Jede Runde ist man in einer anderen Position. Ob am Dealerbutton oder in den Blinds oder irgendwo “dazwischen”. Diese Position bestimmt, wann man an der Reihe für die nächste Spielaktion ist.

Position ist alles. Aber warum? Warum soll die Reihenfolge, wann ein Spieler setzt, so entscheidend sein?

Die Position ist ein entscheidendes Instrument, das entweder in seinem vollen Potential genutzt werden kann oder einfach links liegen gelassen wird. Die Setzposition kann den Wert der Starthand erhöhen, egal welche Karten man hat. Mit der Zeit versteht jeder Spieler, dass man nicht nur gegen Karten spielt, sondern gegen andere Spieler.

Je früher die Position ist, desto mehr muss man die Hand spielen. Je später die Position ist, desto mehr kann man die Position ausspielen. Am allerbesten ist die Position des Dealers, denn am Flop, Turn und River ist er immer als Letztes an der Reihe. Warum ist das so vorteilhaft?

In einer späteren Setzposition kennt man bereits die Aktionen der Mitspieler. Man sieht, wer aussteigt, checkt oder setzt, bevor man selbst irgendetwas getan hat. Das ist ein großer Vorteil. Als letztes an der Reihe zu sein ist auch ein großer psychologischer Vorteil. Wenn man Schwäche bei den anderen vermutet, kann man aus später Position viel Druck machen, daher muss die Hand nicht immer die allerstärkste sein, weil sie durch die Position aufgewertet wird.

Umgekehrt ist es unangenehm, früh an der Reihe zu sein. Man weiß nicht, wieviele Mitspieler aussteigen werden und wieviel noch weiterspielen. Man hat keinerlei Informationen der Gegner, weiß nicht, was sie tun werden, wieviele von ihnen einen Einsatz callen oder erhöhen. Aufgrund dieser Ungewissheiten muss hier die Hand stärker sein als sonst, will man sie spielen.

Wer die Stärke der Hand seines Gegners “entschlüsseln” kann, wofür man einige Erfahrung braucht, hat es leichter. Wenn man z.B. vernünftigerweise davon ausgehen kann, dass ein Gegenspieler mit einer schwachen Hand spielt, kann man sich den Pot mit aggressiven Spiel abholen.

Ein Texas Hold’em Spieler, der als letztes an der Reihe ist hat zwei Gegenspieler am Small bzw. Big Blind. Alle anderen Spieler sind bereits ausgestiegen. Die Position alleine erlaubt es bereits, gegen die Blinds zu raisen. Oft folden sie schon preflop ihre Hand. Aber wenn sie noch am Flop im Spiel geblieben sind und beide gecheckt haben, kann der Dealer mit jeder beliebigen Hand weiter setzen. Die Chance ist hoch, dass sich beide aus der Runde verabschieden, denn der Dealer zeigt Stärke.

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November 5, 2008 in Poker Strategie
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