Gus Hansen – der erstaunlichste Spieler der Welt

Gus Hansen verkörpert für viele den Spieler par excellence. Er ist der große Star und der aufregendste Spieler bei den Weltklasse-Events. Er ist zu einem gefeierten Prominenten geworden – weit über die Pokerwelt hinaus. Das People Magazine zählte ihn sogar zu den “50 schönsten Menschen der Welt”, worüber man natürlich streiten kann. Aber es zeigt, dass ein Pokerspieler auch das Zeug hat, eine echte Berühmtheit zu werden.

Gus Hansen, 1970 in Kopenhagen, Dänemark, geboren, trägt den Spitznamen “The Great Dane“. Er war zuerst High Stakes Backgammon-Profi und wechselte später zu Poker. Er kam ganz plötzlich aus dem Nichts und gewann Turnier um Turnier.

Was ihn so erstaunlich macht weiß man erst, wenn man ihm zusieht. Er spielt so, dass jeder nur mehr den Kopf schütteln muss, vor Entsetzen, dass man überhaupt so spielen darf und aus Staunen, dass er mit seinen Gegnern Katz und Maus spielen kann und sich in ihre Köpfe hineinversetzt wie kein Zweiter.

Als er noch nicht so bekannt war und er am Beginn seines Siegeszugs war, konnten es seine Gegner nicht fassen, wie aggressiv und unberechenbar er gespielt hat. Für sie war Gus Hansen einfach nur ein Wilder, ein Verrückter, ein undisziplinierter Freak, der einfach nur Glück hat. Sie konnten gar nicht falscher liegen mit diesem Urteil.

Gus Hansen spielt offensichtlich verrückt, aber mit Berechnung. Er geht mit Starthänden ins Spiel, die in keinem Buch erwähnt werden oder bestenfalls nur Anfänger spielen. Und er callt hohe Summen mit lächerlichen Karten. Aber er macht das bewusst, er hat seine Gründe. Er ist ein wahres Pokergenie, das sich auf jeden Gegner individuell einstellt. Gus Hansen’s Stärke, so sagt er selber, liege in seiner mathematischen und analytischen Sichtweise einer Situation. Und weil er von Spiel zu Spiel sich auf eine Situation schnell einstellen kann, kann man ihn schwer einschätzen. Eine weitere Stärke ist sein Spiel am Flop. Durch seine Checks und Bets kann er Informationen aus seinem Gegner herausziehen wie kein anderer. Und daher spielt er auch viel mehr Flops als jeder andere.

Auf dem Weg zum Turniersieg bei der WPT PokerStars Caribbean Adventure trickste er alle aus. Ein wahres Meisterstück des Post-Flop-Spiels zeigte er Heads-Up gegen Hoyt Corkins am Final Table. Und ein typisches Gus Hansen Spiel entwickelte sich:

Beide hatten ungefähr das gleiche Stack. Gus Hansen erhöht mit K-Q auf 45000, Corkins callt mit J-8. Der Flop war 10-3-3. Gus Hansen setzt 45000 und Corkins erhöht auf 112000. Gus überlegte einige Zeit über diesen Raise. Und callt ihn. Am Turn folgt ein As. Hoyt Corkins checkt und sofort übernahm Gus das Kommando und setzte 150000. Corkins warf seine Hand weg. Ein Kommentator sagte, Gus Hansen war im Kopf seines Gegners während dieser Hand, er wusste einfach, was zu tun war.

Februar 26, 2009 in Poker Artikel
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