Die Kunst, Fallen zu stellen

In diesem Artikel geht es um den effektivsten Trick im Poker: das Fallenstellen. Um jemanden eine Falle stellen zu können, muss ein Spieler bereits auf einem guten Niveau stehen, versiert spielen können, den Gegner verstehen und eine Idee davon bekommen, was der Gegner plant.

Wenn alles optimal läuft kann bei einem Spiel wie No Limit Texas Holdem ein guter Fang einem Gegenspieler die gesamten Chips kosten.

Was ist eine Falle im Poker?

Im englischen bezeichnet man das Fallenstellen als Trapping. Trapping ist das Gegenteil eines Bluffs. Beim Bluffen wird eine starke Hand vorgetäuscht, indem ein Spieler hoch setzt, um seine Gegner zum Aussteigen zu bringen. Beim Trapping ist es umgekehrt, hier täuscht der Spieler Schwäche vor, checkt und callt oder macht nur kleine Einsätze. Diese Art der Strategie, wenn man eine starke Hand zurückhaltend spielt um die Gegner zum Setzen zu provozieren, nennt man auch Slowplaying.

Beispiel einer Falle

Ein Spieler callt einen Preflop Raise mit der Hand 8-7 und der Flop kommt 9-5-6. Er hat eine Straight gefloppt und wird nicht gleich aggressiv spielen. Der Gegner hat Preflop geraist, das könnte bedeuten, dass er mit hohen Karten oder einem Pocket Pair spielt.

Der Raiser setzt am Flop die Hälfte des Pots und der Fallensteller callt. Am Turn kommt eine 2. Der Raiser macht nun einen Einsatz in Höhe des Pots, auch dieses Mal wird dieser Raise nur gecallt. Am River kommt ein As und das könnte dem Raiser das Top Pair gebracht haben, sollte er z.B. mit A-K spielen. Wenn dieser am River immer noch aggressiv setzt ist das die Zeit mit einem fetten Re-Raise zu antworten. Hat der Gegner etwas getroffen (das As!), dann könnte er dazu verleitet sein, zu callen. Oder er steigt aus und der Fallensteller gewinnt mit den Einsätzen seines Gegners. Hätte er mit seiner Straight früher erhöht, wäre der Gegner vorsichtiger geworden und der Pot würde nicht so groß sein.

Zeitpunkt, um eine Falle zu stellen

Eine Falle kann man nur stellen, wenn die Hand so stark ist, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Gegner sie noch schlagen kann. Wenn Straights oder Flushes möglich sind, werden andere Spieler auch noch warten wollen und passiv spielen, hier wäre slowplaying wohl nicht sehr stark.

Gegen wen eine Falle stellen?

Am besten funktionieren Fallen gegen sehr aggressive Spieler. Einige Pokerspieler sind deshalb so unangenehme Gegner, weil sie sofort aggressiv setzen, sobald sie Schwäche beim Gegenspieler merken. Solche Spieler sind die perfekten Kandidaten für das Trapping. Wenn man weiss, dass ein gewisser Spieler immer setzt, wenn andere checken, wird man seine Monsterhand gegen ihn nicht gleich demonstrieren wollen, sondern ihm das Setzen überlassen.

November 5, 2008 in Poker Strategie
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